Anleitung für das Nähen mit Schrägbandformer (Bündchenware)

Wenn man viel Kinderkleidung näht und dabei elastische Stoffe verwendet ist ein Schrägbandformer fast unverzichtbar. Egal ob bei Bodys oder Mützen, die Ränder sind ganz oft mit einem schmalen Stoffstreifen aus Jersey oder Bündchenware versäubert.

Normalerweise nimmt man immer den Streifen Jersey, näht ihn füßchenbreit an die Kante, schlägt dann um und ein und näht ihn auf der anderen Seite fest. Mir ist das immer etwas zu viel Getüddel (weil man 2x die gleiche Strecke nähen muss). Ich benutze dazu einfach einen Schrägbandformer. Bei Testläufen habe ich aber gemerkt, dass das nicht jeder hinbekommt. Diese Anleitung ist also eher etwas für geübte Näher/innen. Gerade Strecken sind  viel einfacher als gebogene. Deshalb beim Testen erst einmal ein gerades Stück nehmen

Einen Streifen Bündchenware zurechtschneiden. In der Anleitung steht meistens wie breit der sein muss. Bei der mittleren Größe der Prym-Schrägbandformer sind das 5 cm.
Damit das Einfädeln ganz leicht geht nähe ich immer in der Mitte ein Stück über das Bündchen und lass die Fäden hängen

Die Fäden durch den Schrägbandformer ziehen, dann den Stoff durchziehen. Die linke Seite des Stoffes liegt dabei oben.

Das Bündchen rollt sich quasi von alleine zusammen.

Wenn man die Enden sieht, muss man das Bündchen noch einmal öffnen, die Kante einschlagen

und wieder falten.

Mit einer Stecknadel am Anfang fixieren und losnähen. Verschwinden die Bündchenenden in einer Naht oder näht man das Bündchen im Kreis (wie bei einem Ärmel) darf man den Anfang nicht einklappen. Man legt das Bündchen einfach um den Stoffrand, dass die Abstände vom Rand oben und unten gleich sind.

Den Schrägbandformer immer nur ein kleines Stück durch den Stoff ziehen und dann wieder nähen. Entweder einen Geradestich oder auch einen Zickzackstich verwenden. Beim Nähen immer Kontrollieren, dass die Abstände oben und unten gleich sind (kann man sehr gut erfühlen). Je nach Bedarf das Bündchen beim Nähen dehen, dann zieht es sich angenäht wieder zusammen und man hat einen Kräuseleffekt.

Am Ende das Bündchen abschneiden

Bei Bedarf umklappen und bis zum Ende festnähen. Ich nähe auch meistens noch um die Ecke

fertig!

So, und hier noch ein paar Beispielfotos aus meinem Blog:

25 thoughts on “Anleitung für das Nähen mit Schrägbandformer (Bündchenware)

  1. danke für die tolle Anleitung!
    Ich habe den Schrägbandformer bisher nur zum Bügeln genommen, direkt beim Nähen ist das eine tolle Idee! 🙂

    liebe Grüße Beate

  2. Vielen Dank, das macht Hoffnung. Ich werde den Schrägbandformer noch einmal aus meiner Kiste nehmen und einen 2. Versuch starten. Ich hoffe, ich bekomme die Mütze so einfacher hin.

    Gruss Sandra

  3. Wow die Idee ist wirklich super den Schrägbandformer direkt beim Nähen zu nutzen. Das muss ich unbedingt mal ausprobieren. Vielen Dank für diesen Tipp und auch die anderen tollen Anleitungen hier im Blog! 🙂

  4. Das ist ja super, den Schrägbandformer direkt beim Nähen zu benutzen. Werde mir einen zulegen.Hab die Schrägbänder immer selber gemacht….sehr umständlich.

  5. Schritt 1 ist ein ganz wichtiger Tipp. Ich habe es gestern nämlich ohne diesen Schritt versucht. Und nach einer dreiviertel Stunde mit vielen vergeblichen Versuchen und noch mehr Fluchen, habe ich das Band schräg angeschnitten, durchgefädelt und dann wieder grade abgeschnitten. Anders "knüllte" es sich im Schrägbandformer einfach nur zusammen und kam auf der anderen Seite nicht mehr heraus *grrrr*.
    Direkt annähen habe ich mich allerdings nicht getraut, sondern habe das ganze erst mal mit Nadeln festgesteckt und dann erst genäht. So mußte ich zwar ständig stoppen um die Nadeln herauszuziehen, aber das war immernoch besser als auftrennen 🙂

  6. Vielen Dank für die tolle Anleitung. Ich habe aber noch eine Frage. Nichtdehnbaren Stoff muss ich ja für ein Schrägband im 45° Winkel zuschneiden. Muss ich das bei Bündchenware und Jersey nicht?

  7. Danke für den tollen Tipp! Ich fixiere mir zusätzlich den Schrägbandformer am Haltegriff in einem Tischschraubstock, knapp vor der Nähmaschine, dann hab ich beide Hände frei zum Nähen 🙂

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