Überredet

Nachdem ich per Kommentar und mail so viele Anfragen zwecks meines neuen Hosenschnittes bekommen habe, habe ich mich doch noch hingesetzt und angefangen zu gradieren. Ich brauch die Hose sowieso irgendwann eine Nummer größer, denn sie wird sicher noch oft von mir genäht werden. Ist aber eine ganz schöne Arbeit, die ganzen Teile zu gradieren. So schaut es jetzt gerade aus:

Ein ganz exklusiver Einblick in meine Arbeit. Da ich immer so viele Anfragen diesbezüglich bekomme. Ich arbeite mit Adobe Illustrator. Das ist ein Grafikprogramm und keine Schnittsoftware (die war mir zu teuer). Sie hilft mir meine Vorstellungen als Vektoren darzustellen, unterstützt mich aber nicht bei der Schnitterstellung an sich. Ich habe mir das Schnitt erstellen und gradieren selbst angeeignet bzw. abgeguckt. Inzwischen habe ich ein ganz gutes Gefühl für Schnitte. Ich weiß einfach, wie so etwas aussehen muss. Bei diesem Hosenschnitt habe ich den Prototyp auch am Computer gezeichnet und dann ausgedruckt. Aber irgendwie habe ich den Schnitt gesehen und gewusst, nein, so soll es nicht sein. Also habe ich die Schere genommen und angefangen nach Gefühl am Schnitt herumzuschnippeln und noch Stück anzukleben. So ist meine erste Hose aus diesem Post entstanden. Dann wurde immer weiter verfeinert bis ich mit dem Schnitt zufrieden war.
Beim gradieren wird der Schnitt am Computer vergrößert. Allerdings wird nicht einfach nur alles vergrößert oder verkleinert sondern in bestimmten Verhältnissen – so wie der Körper halt wächst. So strecken sich z. B. die Beine mehr als der Schnitt in die Breite geht. Ich habe mir ganz viele Schnittmuster in Zeitschriften angeguckt und Maßtabellen studiert. Nachgemessen und verglichen. Dann habe ich es selbst versucht. Wenn mein Mann mich mit Taschenrechner vorm Pc hocken sieht heißt es immer “Schatz, machst Du einen neuen Schnitt?”. So viel dazu. Jetzt aber zurück zur Hose.
Bitte meldet Euch jetzt noch nicht zum Probenähen. Es wird noch etwas dauern, bis alles fertig ist. Meine Prinzessin ist gerade etwas anhänglich (vor allem nachts) und durch meine Arbeit habe ich einfach nicht so viel Zeit. Ihr könnt aber trotzdem schon mal kreativ werden. Habt ihr einen genialen Namen für meinen neuen Hosenschnitt (auf diesem Gebiet bin ich im Moment so was von unkreativ)?????

Geldbörse “Resti”

Es gibt Sachen, die stehen ewig auf der “to sew” -Liste und man kommt nie dazu. Manchmal hat man dann einfach Glück und wird quasi gezwungen, dieses Projekt in Angriff zu nehmen. So ging es mir mit diesem Nähstück. Ich wollte immer schon mal einen Geldbeutel nähen, habe mich aber nie aufraffen können. Dann kam eine Mail von Patti, ob ich nicht ihren neuen Geldbeutel “Resti” Probenähen wollte. Natürlich wollte ich! Im Laufe der Woche ging dann das Projekt fast unter, bis ich dann bei einer Bloggerin einen fertigen Geldbeutel entdeckte. Hier ist durch meine Arbeit so viel los, dass ich gar nicht dazu gekommen bin und es fast vergessen hatte. Naja, gestern Abend habe ich mich dann noch schnell hingesetzt, alles zugeschnitten und angefangen zu nähen. Heute zwischen Tür und Angel habe ich ihn dann noch schnell fertig gemacht. Gerade noch rechtzeitig, Morgen geht das Ebook online.

 Ich finde das Ebook sehr gelungen. Der Geldbeutel ist wirklich leicht zu nähen. Einzig das Schrägband zum Schluss ist etwas fieselig. Vielleicht verstürze ich das nächste mal den Geldbeutel einfach.

Er hat eine schöne handliche Größe. Als Material habe ich Cord genommen. Weil ich natürlich mal wieder kein Volumenvlies da hatte habe ich Bodenwischtücher zum füttern genommen. Das geht gut und der Geldbeutel hat dadurch einen schönen Stand.
Danke Patti!

Tüfteleien

Wer mich kennt, weiß dass ich gerne herum tüftele und ewig an meinen Schnitten feile. Mein neuestes Projekt ist ein Hosenschnitt für meinen Großen. Die letzten drei Jahre ist er ja (fast) nur in Nickykuschelhosen unterwegs gewesen. So langsam ist aber hier die Nickyzeit für ihn vorbei und so musste ein richtiger Hosenschnitt her. Mir schwebte ein schlichter, schmaler Jeans-Schnitt vor, mit besonderen Details. Ich mag nämlich sehr gerne einfache Jeanshosen mit schönen Baumwollstoffen aufpeppen. Gerade einfarbige Jeans oder Cordstoffe sehen so toll aus, wenn man sie mit bunten Stoffen kombiniert. Da passt eigentlich fast alles dazu und man kann gut Reste verwerten. Ich habe lange überlegt, wie ich das anstellen soll, da Webware ja doch viel dünner ist als Jeans und ich nicht patchen wollte. Zuallererst habe ich einen Hosengrundschnitt entworfen und Probe genäht. Beim Probe nähen bin ich immer sehr schlampig, da passen weder Nähgarn noch sonst etwas zusammen. Es muss nur schnell gehen.

 Dann geht es ans ausfeilen. Ich habe Taschen konstruiert, die umgeschlagen werden, so dass sie wie mit Schrägband verziert aussehen. Auch oben im Bund wollte ich den Baumwollstoff noch einmal hervorblitzen lassen. Den Verschluss wollte ich möglichst einfach gestalten. Deshalb auch ein sichtbarer Reißverschluss (die verdeckten werden hier nicht gefunden und aufgemacht) und oben am Bund ein Snap.

 Hinten habe ich an den Taschen ebenfalls mit Webware verziert. Ansonsten ist der Schnitt einer klassischen Jeans nachempfunden. Dieses weitere Probemodell habe ich aus Ikea-Stoffen genäht.

 Die ersten Tragetests (an den Fotos könnt ihr sehen, dass diese Hose schon etwas länger her ist, da war es noch sooo warm *bibber*).

 Dann habe ich noch etwas weiter verändert und noch eine Jeans genäht.

 Diesmal schon richtig tragbar.

 Nur Reißverschluss hatte ich keinen passenden.

 Dann habe ich mich die Taschen noch etwas verkleinert und noch ein Modell aus Cord genäht. Diesmal ganz edel mit einem farblich passenden Baumwollstoff abgesetzt.

 So langsam war der Nähvorgang auch schon ausgefeilt.

 Hier auch noch ein Detailbild von den Knien. Ich habe Abnäher eingenäht, um der Hose mehr Bewegungsfreiheit zu geben.

 Und das hier ist das letzte Modell. Diesmal wieder in Jeans. Ich habe den Schnitt noch etwas schmaler gemacht und jetzt bin ich endlich zufrieden. Von Modell zu Modell haben sich immer Kleinigkeiten geändert (auch wenn man das jetzt auf den Fotos nicht immer sieht).

 Sie ist auch sehr schön zu nähen. Darauf lege ich immer großen Wert. Wenn etwas zu kompliziert zu nähen ist verliere ich auf dem halben Weg die Lust daran.

 Oben ist ein Gummiband eingezogen.

 Die doppelt abgesteppten Nähte mag ich sehr gerne.

 Jetzt wo ich die Fotos sehe bekomme ich direkt wieder Lust noch eine zu nähen.