Zwergenmütze Nähanleitung I

 Die Zwergenmütze kann man auch aus Nicky nähen. Hier gehts zur Videonähanleitung.

Ihr braucht:
ca. 30×40 cm Wollwalk oder Fleece
ca. 30×40 cm dünner Fleece oder Jersey zum Füttern
ca. 50 cm Gummiband
2 Bändel, je ca 15-20 cm

Für die Verarbeitung mit unflexiblen Stoffen das Schnittmuster bitte eine Größe größer als der gemessene Kopfumfang wählen.
Der Schnitt ist als Freebook bei Farbenmix erhältlich:
http://www.farbenmix.de/freebooks/7041-zwergenmuetze.pdf

Das Schnittmuster in der gewünschten Größe aus dem Oberstoff und dem Futterstoff in doppelter Stofflage ausschneiden, dabei die Nahtzugabe nicht vergessen.

Die Mütze hinten und oben zusammen nähen. Dabei immer vom Mützenzipfel aus nähen. Den erkennt man auf dem Schnittmuster als Punkt.

Die beiden Mützenteile rechts auf rechts ineinander stecken.

Dabei die Nahtzugabe von den Nähten öffnen, damit die Naht an dieser Stelle nicht zu dick wird.

Die Stellen, an denen später die Bändel hingenäht werden mit zwei Stecknadeln markieren. Man erkennt sie im Schnittmuster an dem kleinen Kreuz.

Dann werden die Teile aufeinandergesteppt. Dabei für die Bändel ein Stück offen lassen…

und eine etwas größere Wendeöffnung im Nacken lassen.

Die Mütze wenden.

Die beiden Mützenteile an der Naht aufeinander stecken und ringsherum absteppen. Dabei wird die Wendeöffnung geschlossen, die Öffnungen für die Bändel dürfen aber nicht geschlossen werden.

Zur Erinnerung stecke ich mir immer eine Nadel an die entsprechenden Stellen.

Jetzt wird parallel zur ersten Naht ein Tunnel in etwa 1 cm Abstand rundherum genäht. Durch diesen wird dann das Gummiband gefädelt.

Jetzt die Mütze leicht raffen (am besten am Kind ausprobieren, wie viel nötig ist) und das Gummiband entsprechend zusammen knoten oder -nähen (nicht vom Bild verwirren lassen, da ist es noch nicht komplett durchgezogen).

Dann die Bändel in die Öffnung schieben…

und mehrmals an der Kante fest nähen. So wird auch die Bändelöffnung gleich mit geschlossen.

Wer möchte kann auch noch das Gummiband mit einigen Nähten fixieren, damit man die Raffungen genau da hat, wo man möchte.

Tutorial über das Nähen von Applikationen

Auf vielfachen Wunsch werde ich hier auf meinem Blog ein Tutorial zeigen, wie ich Applikationen anfertige. Damit ihr so richtig Lust bekommt, erst mal ein paar Eindrücke:

 Die Beispiele sind in der hier gezeigten Reihenfolge entstanden. Ganz oben ist meine erste Applikation überhaupt, ich habe sie vor etwa einem halben Jahr angefertigt. Damals ist es mir noch sehr schwer gefallen. Der Adventskalender, der als zweites kommt war ein für mich riesiges Projekt, da die Applikationen doch sehr umfangreich sind. Andererseits war es eine sehr gute Übung. Danach hatte ich wirklich eine Probleme mehr, mit der Nähmaschine einer Linie zu folgen.

So, jetzt aber zum Tutorial. Ihr braucht:

Trägerstoff
Applikationsstoff
Vlieseline
ein Motiv
ein Glastisch mit Lampe oder eine Durchlichteinheit (z. B. vom Scanner)
wasserfester Stift oder Trickmarker
einen durchsichtigen Nähfuss (bzw. speziellen Applikationsfuß)
eine wirklich scharfe, spitze, kleine Schere
ganz viel Nähgarn
eine Nähmaschine
Zeit und Geduld!

Die beiden Stoffe bügeln.
Das Motiv auf den Applikationsstoff übertragen. Ich benutze dazu die Durchlichteinheit meines Scanners. Man kann auch einen Glastisch mit einer starken Lampe oder zur Not einfach das Fenster nehmen. Dafür steckt man den Stoff mit der Vorderseite nach oben auf das Papier

legt das ganze auf die Durchlichteinheit

und malt mit einem wasserfesten Fineliner die Konturen nach.

Dann wird die Vlieseline aufgebügelt. Ich habe sehr dünne, netzartige Vlieseline. Das hat den Vorteil, dass man sie später gut schneiden kann. Feste, papierartige Vlieseline ist nicht geeignet.

Auf die Rückseite des Stoffes aufbügeln

Den Stoff mit der Vorderseite nach oben auf die rechte Seite des Trägerstoffes stecken.

Hier seht ihr meinen Applikationsfuß. Er ist durchsichtig, was sehr wichtig ist, da ihr sonst wirklich nicht seht, wo ihr hinnäht und hat hinten eine Rille für die Raupennähte.

Jetzt müsst ihr einen engen, nicht zu breiten Zickzackstich einstellen:

Dann werden alle Linien, an denen später geschnitten werden soll, nachgenäht. Durch den Zickzackstich läuft die Maschine einigermaßen langsam, so dass man gut den Linien folgen kann. Ein Kniehebel ist da auch ganz praktisch, weil man da schnell den Nähfuß anheben und korrigieren kann.
Hier geht es zum Video!
Dann wird der überschüssige Stoff abgeschnitten. Dazu wirklich ganz eng an den Nähten entlang schneiden. Wenn die Nähte dabei etwas verletzt werden, ist dass nicht weiter schlimm. Wichtig ist auch, vor allem wenn man etwas aus der Mitte herausschneidet, die Vlieseline mit zu erwischen. Dabei sollte der Trägerstoff nicht verletzt werden. Ich bin ab und zu mit der Schere aus dem Bild raus – Sorry, es ist wirklich schwer, mit Kamera vor der Nase zu arbeiten.
Hier geht es zum Video!

fertig ausgeschnitten. Die Sprungfäden kann man am Ende abschneiden, es kommen jetzt noch welche dazu.

Jetzt braucht ihr einen etwas breiteren Zickzackstich, der aber noch kürzer ist:

Damit werden noch einmal alle Linien entlang genäht. Dabei werden auch die Linien genäht, die vorher nicht genäht wurden, weil dort nicht entlang geschnitten werden musste. Bei meinem Motiv habe ich keine “innenliegenden” Nähte, hier kann man aber sehen, was ich meine:

Hier geht es zum Video!
Fertig, noch schnell alle Sprungfäden abschneiden.

Hier kommt das fertige Ergebnis.

hier noch mal in groß!

Jetzt noch eine kleine Bemerkung in eigener Sache. So ein Tutorial zu machen, ist wirklich sehr viel Arbeit. Ich stelle diese Anleitungen kostenlos in meinen Blog, da ich mich ebenfalls über jede kostenlose Anleitung freue. Deshalb würde ich mich besonders über Feedback freuen. Bitte zeigt mir doch die nach dieser Anleitung gefertigten Werke, dann poste ich hier nicht so ins Leere.

Wer sich so etwas noch nicht zutraut, kann die hier gefertigte Appli bekommen. Sie ist auf einem Stück dicken, weichen dunkelblauen Köper genäht, der 38 cm breit und 18 cm hoch ist. Schreibt es mir einfach beim Kommentar dazu.